Samstag, 14. Juli 2018

KONZERT: SCOOTER AM 13.07.2018 IN VÖLKLINGEN

Bei strahlendem Sonnenschein ging es gestern nach Völklingen, der unattraktivsten Stadt des Saarlandes, um sich das SCOOTER- Open Air am Weltkulturerbe anzuschauen. Egal wie hässlich Völklingen ist, das Weltkulturerbe, eine stillgelegte Hüttenanlage, ist cool. Derzeit ist da auch noch eine Queen Elisabeth- und eine Banksy- Ausstellung, die ichbeide gern besuchen würde, aber leider gilt die Konzertkarte nicht für das Museum, das muss extra bezahlt werden. Und egal wie interessant das alte Hüttengelände und so ist, 17€ Eintritt sind schon happig. Also ging man aufs Gelände.
Passend zum hohen Museumspreis waren die Getränkepreise auch abartig. 5€ für 0,5l Bier/ Mixery (letzteres aus der Dose bei denen der Deckel ausgestanzt wurde um zu verhindern das man sie als Wurfgeschosse nutzt) und 3€ für 0,3l Alk-frei plus 1€ Pfand. Wenigstens konnte man bar zahlen und hatte nicht so eine Stanzkarte, wie sie in Discos standart sind.
Nun hieß es warten. Das nächste Mal werde ich später in die Halle/ aufs Gelände gehen. Was uns hier wieder an Musik im Vorprogramm geboten wurde, war mal wieder gruselig. Beim letzten mal, auch schon ein paar Jahre her, hatten sie zwei DJ's, für deren Set man sich auch in den 90ern in einer Großraum- Disco geschämt hätte.Diesmal waren es zwei DJ's, die ein recht basslastiges Set recht simplen Technois auflegten. War zwar nicht das Gelbe vom Ei, war aber erträglich. Als die fertig waren, machte man sich dann bereit den Haupt- Act des Abends zu sehen, nur um zu erfahren, das es noch einen DJ gibt! Und der war echt beschissen. Das Set war Kirmes- Niveau und beinhaltete auch Coverversionen/ Mixe in dem gute Musik ins Kirmes- Techno- Gewand gewand gestopft wurden. Grauenhaft. Und der Auftritt hatte was mit GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN und jeder sonstigen Soap gemeinsam: Er hörte niemals auf. Keine Ahnung wie der Rest des Publikums das so abfeiern konnte ist mir ein Rätsel.
Ich habe eh ein Problem mit DJ's als Support. Was soll das? Es ist ja nicht so, das der/ die da oben Plattenauflegt/ en oder so. Da steht eine Kiste in die sie ihre Lieblings- Mix Cd eingelegt haben, sorry, CD's sind veraltet, ihre MP3 Liste hochgeladen haben, PLAY drücken und dann so tun als würden sie Regler bedienen. So was verstehe ich nicht als Support- Act. Wenn es wenigstens ein Live- Act gewesen wäre, aber ein DJ? Und wenn schon sowas als "Support" holt, warum dann nicht jemandem mit einem zum Haupt- Act passendenSet? Das erste Set war ja okay, aber danach hätte man evtl ruhig ein Hardcore- Set auflegen können, statt uns mit Musik zu beschallen bei der man 15 jährige Mädchen am Autoscooter aufreissen kann. Ein wenig KORSAKOFF hier, etwas ANGERFIST da aufgelockert mit einer Prise MISS K8 und gut ist, kann doch nicht so schwer sein. Oder eben ein Live- Act der wirklich performt statt einfach nur die PLAY- Taste drückt.
Aber gut, um 22 Uhr ging es dann los und SCOOTER enterten die Bühne, welche recht klein war, und legte los. Die Songauswahl und der Sound waren sau gut und die Band, allen voran H. P. BAXXTER (der ja das einzige verbliebene Originalmitglied und Gesicht der Band ist) legten sich gut ins Zeug. Unglaublich das der gute Mann schon Mitte 50 ist. Die Songauswahl war gut, wobei es mich, wie schon damals, irritiert, das sie ihre beiden Breakthrough- Songs HYPER HYPER und MOVER YOUR ASS in Medleys verbraten. Das wäre genau so, als wenn DEPECHE MODE bei ihren Gigs PERSONAL JESUS, ENJOY THE SILENCE und WALKING IN MY SHIOES in ein Medley verpacken würde.
Nach genau 90 Minuten war es dann auch vorbei und man wurde in die Nacht entlassen. Alles in allem war es ein cooles Konzert, mit vielen Hits und guter Laune. Verwunderlich war nur noch, wie viele Leute via Sanitäter behandelt werden mussten. So washabe ich das letzte mal bei BOLT THROWER erlebt. Das nächste Mal gerne, was wohl zur Feier des erhaltenen Nobelpreises für Literatur für H. P. BAXXTER (forget BOB DYLAN und LEONARD COHEN, BAXXTER ist der wahre Lyriker der Musik) sein wird, wieder.

Ach ja, unsereiner konnte sich eine Set- List vom Tontechniker krallen:

Donnerstag, 12. Juli 2018

Sonntag, 8. Juli 2018

HEIMKINO: KONG: SKULL ISLAND

KONG: SKULL ISLAND

Poster (und noch eins, weil beide Motive töfte sind)

Wir schreiben das Jahr 1973: Monarch, eine Organisation die für die US- Regierung an Legenden und Mythen rund um prähistorische Riesenviecher forscht, steht kurz vor dem finanziellen Aus. Nun haben sie auf Satellitenbildern eine noch unentdeckte Insel entdeckt, die es nun zu erforschen gilt.
Zusammen mit einem Trupp Vietnamveteranen (u. a. Samuel L. Jackson), dem Fährtenleser James Conrad (Tom Hiddleston) und der Photogafin Mason Weaver (Brie Larson) machen sich die Monarch- Leute auf zur Insel, wo sie schon kurz nach ihrer Ankuft auf einen Riesenaffen treffen, der auch flugs damit beginnt die Eindringlinge in ihren Hubschraubern vom Himmel zu pfücken. Für die Überlebenden beginnt nun ein Wettlauf zum Nordende der Insel, wo in wenigen Tagen die einzige Möglichkeit auf Rettung vorbeikommt.

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

Ja, Kaiju- Filme sind was tolles. Was gibt es schöneres als riesige Monster die sich gegenseitig, vorzugsweise noch in einer Großstadt, kloppen. GODZILLA ist wohl der bekannteste Vertreter des Genres und wird nicht umsonst als der König der Monster genannt. Bis auf den cineastischen Abfall aus den 90ern, verbrochen von Roland Emmerich, sind die Filme alle geil und bieten zünftige Unterhaltung. Auch das Konkurrenzprodukt  GAMERA rockt, obwohl sie sich mehr an ein junges Puplikum richtet. Selbst Guilermo Del Toro (MIMIC, PANS LABYRINTH, HELLBOY I & II) machte mit seinem am kommerziellsten ausgerichteten Werk PACIFIC RIM einen Ausflug ins Genre.
Nachdem die KING KONG Verfilmung von Peter Jackson (DER HERR DER RINGE- Trilogie, BRAINDEAD) nicht die Erwartungen erfüllte und viel zu lang und soft war, entschloss man sich, das King Kong- Franchise neu zu beleben. Und zwar kürzer, knackiger und actionreicher als die Jackson- Verfilmung. Und man muss sagen: Mission erfüllt!
KONG: SKULL ISLAND kommt direkt zur Sache, hält sich nicht groß mit komplizierter Story oder Charaktertiefe auf. Wir steigen direkt ein, sehen den Affen nach nicht mal 3 Minuten und dann wird das Tempo angezogen. Verschnaufpausen gibt es nur um sich auf die nächste Actionsequenz vorzubereiten
Dementsprechend haben die Schauspieler auch nicht mehr zu tun als zu erschrecken, schreien und wegzulaufen.Mehr nicht. Aber trotzdem cool, das der Film durch die Bank mit guten Schauspielern besetzt ist.Mit dabei sind, unter Anderem, Tom Hiddleston (THOR: RAGNAROK), John Goodman (THE BIG LEBOWSKI, MONUMENTS MEN) und der mächtige Samuel L. Jackson (THE HATEFUL 8, DEEP BLUE SEA). Da gibt es keine großen denkwürdigen Leistungen, jeder des Ensembles weiss, das sie da in einem Film mitspielen, in dem es primär um einen großen Affen geht, der andere Riesenviecher kaputtschlägt. Da will man keine großen Dialoge oder Oscar- reifes, fein nuanciertes Mimikspiel. Die sollen einfach ein wenig emotionalen Ballast mit einbringen und das wars. Und das Verlangte wurde geliefert.
Die Effekte sind erste Sahne. CGI ist geil, wenn man einfach nur genug Zeit und Geld reinsteckt. Zum 3D gibt es nichts zu sagen,da ich den Streifen auf BluRay gesehen habe.
Auch der Soundtrack kann sich hören lassen. Neben Songs aus der Zeit in der der Film spielt, gibt es zwar noch reine Filmmusik, die aber ziemlich schnell vergessen ist. Die Songs sind einfach das Beste der musikalischen Untermalung.
KONG: SKULL ISLAND ist kein Film der großen Dialoge und Schauspielkünste, ist in seinen knappen zwei Stunden Laufzeit actionreicher und unterhaltsamer als die komplette TRANSFORMERS- Reihe (echt jetzt, wie kann man einen TRANSFORMERS Film so öde hinbekommen? Im letzten ritt Optimus Prime,ein Schwert schwingend, auf einem Roboter- Tyrannosaurus- Rex in den Kampf... wie kann man so was versauen?).

Es gibt noch eine Post- Credit- Sequenz, die sich mehr als lohnt.

HIER die verwendeten Waffen

Fazit:
Klassisch actionreiche flotte Monster- Action

7/10


Mittwoch, 4. Juli 2018

HEIMKINO: DIE GLORREICHEN SIEBEN (2016)

Wenn man mal wieder dem 5 für 25€ vAngebot verfallen ist, kann man auch mal wieder schreiben (vielleicht solte ich mehr Reviews schreiben damit ich den Haufen ungesehener Filme verkleiners bzw. komplett abbauen kann [DAS wird wohl nie geschehen])

DIE GLORREICHEN SIEBEN

Poster

Das Städtchen Rose Creek wird von dem schurkischen Unternehmer Bogue unterdrückt. Mit Bestechung und Gewalt tyrannisiert. In ihrer Verzweiflung heuern die Bewohner eine Truppe aus 7 Outlaws an um dem Treiben Bogues' einhalt zu gebieten um endlich in Frieden leben zu können.

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

Remakes. Ein leidliches Thema. Das Meiste ist Müll und nur das Wenigste ist gut, oder zumindest brauchbar. Nun solte Antoine Fuqua, der und schon den miesen TRAINING DAY und den unterhaltsamen THE EQUALIZER (dessen zweiter Teil demnächst auch ins Kino kommt) bescherte, das Remake zu DIE GLORREICHEN SIEBEN, wohl einem der größten US- Western aller Zeiten, inszenieren. Hierzu arbeitete er erneut mit Denzel Washington, der in TRAINING DAY und THE EQUALIZER die Hauptrolle spielte, zusammen.
Ich muss sagen, das ich, als die ersten Promo- Bilder und Trailer erschienen, mehr als skeptisch war, was den Film angehen sollte. Die Truppe war ein bunt gemischter Haufen aller Rassen und Völker, die damals im Wilden Westen kreuchten und fleuchten. Da hatte man doch Angst, das die glorreichen Siieben nun eine Truppe übertolleranter Social Justice Warrior, statt einer Truppe harter Söldner, sind.
Aber ich sollte eines Besseren belehrt werden. Der Film hält sich mit Toleranz-/ Akzeptanzgeseier eigentlich ziemlich zurück. Nur einmal macht der Chinese darauf aufmerksam, das sein Kumpel ihm hilft Vorurteile abzubauen (aber dann durchgehend das Klischee des Martial Arts Meisterchinesen erfüllt). Gut, etwas mehr Spannungen zwischen den einzelnen Ethnien und Anschauungen, wir haben ja auch Nord-, Südstaatler und Mexikaner in der Truppe, hätten doch drinn sein können. Gerade das Verhältnis zwischen dem Skalpjäger und dem Indianer ist, bis auf ein paar frotzeleien, recht locker. Auch stört es keinen, das der Anführer der Truppe schwarz ist. Gut, der Bürgerkrieg ist vorbei und die Sklaven frei (huch, ein Reim), aber trotzdem waren sie, selbst in den Nordstaaten, alles andere als Akzeptiert, geschweige denn in der LAge, ein staatenübergreifendes Amt zu übernehmen bzw. auszuüben. Das ist dann doch etwas arg unglaubwürdig. Das hat Quentin Tarantino in seinen Western deutlich besser hinbekommen, die waren ja durchgehend voller Spannungen, was die Filme sehenswert machte. Aber gut, Tarantino- Kino (hö hö noch ein Reim) kann man schlecht mit normalem Kino vergleichen.
Im Großen und Ganzen ist DIE GLORREICHEN SIEBEN durchaus kurzweilig. Die Story geht rasch vorran und größere Längen bleiben aus, wobei der Film ruhig 10 - 15 Minuten kürzer hätte sein können.
An Action mangelt es nicht, obwohl es nur 2 1/2 Actionszenen gibt. Dafür sind 2 aber gut lang, was den Mangel an Anzahl ausgleicht.
Gewaltmäßig gibt sich der Film recht zahm, weswegen die FSK16 ein Witz ist. 12 wäre ausreichend gewesen. Die Leute sterben zwar wie die Fliegen, aber das Alles bewegt sich in humanen Bahnen und ist obendrein auch ziemlich blutleer. Natürlich wäre eine gediegene Skalpieraktion unseres Skalpjägers ganz witzig gewesen, besonders wenn sie noch einen Hauch sadistisch gewesen wäre, aber irgendwie hätte das nicht zu dem Flow des Films gepasst.
Die Charaktere sind allesamt Abziehbilder: der Chinese ist, wie schon gesagt, Kung- Fu- Messer- Meister, der Indianer ist der indianischste Indianer der Filmgeschichte, der Ire Säufer, der religiöse die absolut irre Kampfbestie usw. usw.. Und der Bösewicht? Nun ja, der ist einfach böse, mehr nicht. Er ist einfach da, hat aber sonst nichts zu bieten. Schaut man sich da mal Leonardo DiCaprio in DJANGO UNCHAINED an, das war eine ganz andere Sache. Der war zwar auch böse, sogar richtig böse, aber der hatte Hintergrund und Persönlichkeit. Wir wissen was er für ein Typ ist und wieso er so ist, wie er ist, wenn er von Christoph Waltz aus dem Film geschickt wird.
Kommen wir zu den Darstellern: Denzel Washington ist gut. In seinen Actionrollen bringt er so gut wie immer eine solide Leistung. Oscar Material ist er zwar nicht (seinen Goldjungen verdankt er dem politischen Klima der damaligen Zeit, nicht seiner Performance), aber als Actiondarsteller durchaus einer der Besseren. Chris Pratt (GUARDIANS OF THE GALAXY 1 & 2, PARKS AND RECREATION) ist ja derzeit ganz übel im Kommen und spielt von Blockbuster zu Blockbuster mit. Er ist ebenfalls kein Großmeister seines Fachs (Also kein Morgan Freeman, Jack Nicholson oder Anthony Hopkins), aber er macht unglaublich viel durch sein Charisma wett. Er ist einfach symphatisch und das ist seine große Stärke. Ethan Hawke (ebenfalls TRAINING DAY, GATTACA) ist da ein anderes Kaliber. Der Mann ist richtig gut und liefert eine gute Performance ab. Er kann es einfach, aber irgendwie ist seine Rollenauswahl nicht seines Könnens würdig. Geführt von einem guten Regisseur und Hawke könnte recht schnell ganz oben mitspielen. Byung- hun Lee (G.I. - JOE, THE GOOD; THE BAD AND THE WEIRD) ist das wandelnde Klischee: er ist Asiate, also kann er Martial Arts, das wars. Vincent D'Onofrio (CRIMINAL INTEND, ED WOOD, THE SALTON SEA) macht einfach Spaß. Der Mann gehört einfach zu den Leuten, die so ziemlich ales spielen könnten. Der Rest des Cast ist okay, ohne Ausreisser nach oben oder unten.
Ebenfalls okay ist der Soundtrack. Er ist nicht großartig und ist auch recht schnell vergessen, aber für den Film ist er ausrecihend.
Das Remake von DIE GLORREICHEN SIEBEN ist kein großer Film und kommt ans Original auch nicht heran, ist aber ein gut gemachter und unterhaltsamer Western. So was kann ruhig häufiger kommen.

HIER die verwendeten Waffen

Fazit:
Okay

6/10


Sonntag, 1. Juli 2018

SPLATTERDAYNIGHTFEVER: BLOOD FEAST (2016)

Zweiter Film des Abends. Immer noch nur für Erwachsene.

BLOOD FEAST

Poster

Fuad Ramses ist mit seiner kleinen Familie von Amerika nach Paris (die Heimat seiner Frau) gezogen. Dort betreiben sie, nit mäßigem Erfolg, ein American Diner. Nebenher arbeitet Fuad noch als Nachtwächter in einem Museum. Irgendwann setzt er seine Medikamente ab und hat Visionen von der ägyptischen Göttin Ishtar, die ihn verführt und ihn auffordert sie zum Leben zu erwecken, damit sie die Ewigkeit zusammen verbringen gehört. Fuad findet das ganze recht Knorke und forscht über den Kult der Ishtar nach, wo er herausfindet, das sie zum Leben erweckt werden kann, indem man ein kulinarisch anspruchsvolles kannibalistisches Festmahl veranstaltet. So beginnt Fuad nun damit Zutaten zu besorgen.

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

Remakes sind ja immer so eine Sache. Es gibt welche, die sind gelungen (zB TEXAS CHAINSAW MASSACRE), manche übetreffen sogar das Original (zB die OCEAN'S Reihe ohne OCEAN'S 8, den habe ich noch nicht gesehen), aber die Meisten sind einfach katastrophal (wer sich das mal das Remake zu A NIGHTMARE ON ELM STREET ansieht verspürt unweigerlich den Drang die Verantwortlichen des Films zu bestrafen). Besonders bei Klassikern/ Meilensteinen der Filmgeschichte, oder innerhalb ihres Genres, ist ein Remake besonders schwer, da man hier die Balance zwischen Erneuerung und Originaltreue/ -nähe halten muss.
Wenn man sich nun entschließt, das Remake von BLOOD FEAST, dem ersten Splatterfilm der Geschichte, zu produzieren, muss man sich klar sein, was man will. Beim 2005er Remake des Films TWO THOUSAND MANIACS, mit dem schönen Titel 2001 MANIACS, wusste man, was es wollte. Ein unfreiwillig komischer, billig produzierter, Splatterstreifen wurde in eine spaßige Splatterkomödie verwandelt, die sich wahrlich zu den gelungenen Remakes zählen darf. Das Team hinter dem Remake zu BLOOD FEAST, entschloss sich, nicht den Weg der Komödie zu gehen, sondern dem Geist des Originals (hüstel hüstel) treu zu bleiben und einen ernsten Film zu produzieren.
Dazu ist die Ausgangslage, das unser Kumpel Fuad dem Kult nicht einfach folgt weil er halt Ägypter ist, sondern aufgrund von Visionen, asgelöst durch nicht näher erklärte psychische Probleme, eigentlich ziemlich cool. Doch leider war es das auch schon so ziemlich. Auf jede/ n gute/ n neue/ n Idee, Änderung und Effekte kommt mindestens ein neuer negativer Aspekt.
Wie schon das Original ist auch das Remake ziemlich zäh. Es will und will einfach nicht vorankommen. Das Ganze zieht sich wie Kaugummi und wird, im Gegensatz zum Original, nicht durch irgendwelche garstigen Dialoge, Situationen oder furchtbare Ausstattung aufgelockert. Dazu kommen dann noch einige unnötige Torture- Porn Einlagen, die so gar nicht dazu passenn wollen, welche aber wohl reinmussten, weil Regisseur Marcel Walz halt auf sowas steht.
Die Qualität der Effekte reicht von gut bis billig. Warum der für die deutsche VÖ noch gekürzt werden muss, ist mir ein Rätsel. Liegt aber wohl daran, dass es keine Major- Produktion ist.
Bei den Dastellern bewegt sich alles im Mittelmaß, wobei mir die Darstellerin der Ishtar tierisch auf den Senkel geht. Kann die auch was anderes außer hauchen? Es kommt einem so vor, als würde sie ihrem Gegenüber sinnlich ihren Knoblauchatem präsentieren. Ansonsten sehen wir in einer kleinen Nebenrolle Herschell Gordon Lewis, den Regisseur des Originals.
Schade, das man hier das mögliche Potenzial der Vorlage nicht genutzt hat um einen guten Film zu machen. Das hier ist einfach nur öder Tortureporn. Vielleicht hätte man sich jemanden suchen sollen, der Filme machen kann.

Fazit:
Ärgerlich

2/10


SPLATTERDAYNIGHTFEVER: BLOOD FEAST (1963)

 Achtung, 131er. Wer noch nicht volljährig ist, muss woanders hinsurfen.

BLOOD FEAST 

Poster

Fuad Ramses betreibt in Florida ein Delikatessen- Geschäft mit Catering Service. Nebenher hat er aber auch tierisch einen an der Klatsche und verbringt seine freie Zeit damit, junge Frauen zu ermorden und Teile ihres Körpers/ Organe mitzunehmen. Das macht er aber nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil er dem altägyptischen Kult der Ishtar angehört und die Teile der toten Frauen benötigt, um ebenjene zum Leben zu erwecken. Der letzte Schritt hierzu ist ein Opfer, das im Rahmen eines Festmahls erbracht werden muss. Da kommt es Fuad gerade recht, das Mrs. Fremont ihn mit dem Catering für eine Feier ihrer Tochter beauftragt.

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

 BLOOD FEAST aus dem Jahre 1963 gilt als der erste Splatterfilm der Geschichte. Hier wurde, in der Geschichte des Films, das erste mal explizite Gewalt und Blut in den Vordergrund gestellt. Durch seine Werbekampagnen wurde der Film ziemlich erfolgreich (Regisseur Herschell Gordon Lewis wechselte in seiner Filmpause in die Werbebranche und veröffentlichte einige Bücher zum Thema Werbung, welche, selbst heute, noch als Standartwerke in der Werbeindustrie gelten). Natürlich waren die Aufrufe/ Klagen von Zensoren und Moralaposteln auch sehr hilfreich für den Erfolg des Films (der Film wurde von den deutschen Zensurgremien 2004, also mehr als 40 Jahre nach seinem Erscheinen, beschlagnahmt). Aber ist BLOOD FEAST wirklich ein so garstiges Werk des Horrors, vor dem unsere Jugend, wenn nicht gar die ganze Bevölkerung, geschützt werden muss?
Wenn man sich den Film heutzutage anschaut, dann lautet die Antwort definitiv Nein. Was uns hier gezeigt wird ist stellenweise schon tiefstes Niveau. Zur eigentlichen Geschichte sagen wir jetzt mal nichts, sowas haben wir schon zig mal, und ebenso oft besser, gesehen. Außerdem steht die Story bei einem Splatterfilm nicht im Vordergrund, sondern liefert lediglich den Aufhänger für das Zeigen diverser Gewaltakte.
Spannung gibt es nicht und der Streifen ist auch, trotz seiner Laufzeit von etwa 70 Minuten, recht langatmig. Die Austattung ist gelinde gesagt lachhaft. Die Kulissen und Ausstattung sind von einer Schäbigkeit, die eine durchschnittliche Folge der 60er Jahre BATMAN- Serie wie STAR WARS erscheinen lässt. Selbiges gilt für die Effekte. Wenn man behaupten würde, sie sähen unecht aus, so wäre das noch geprahlt. Und wenn wir über die Schauspieler, ihre Leistung und Dialoge spricht, so kann man getrost die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Hier läuft alles falsch, was falsch laufen kann.
Für einen anderen Film wäre das alles ein Todesurteil, aber BLOOD FEAST ist gerade aufgrund seiner Schlechtigkeiten durchaus unterhaltsam und kurzweilig. In der Gruppe, mit ein paar Bierchen und Schnäpschen zuviel, kann man einen durchaus spaßigen Abend haben. Da stört dann auch die wirre schrille Soundkulisse nicht mehr.

Fazit:
Ein schäbiges Späßchen

5-6/10