Mittwoch, 31. Januar 2018

HEIMKINO: CAPTAIN AMERICA - CIVIL WAR

Aus irgendeinem Grund habe ich mal wieder bei den Angeboten zugeschlagen.

CAPTAIN AMERICA - CIVIL WAR

Poster

Es könnte ja so ruhig sein, aber es ist es einfach nicht. Bei einem Einsatz der Avengers kommt es zu massiven Kollateralschäden, was die Regierungen der Welt dazu bewegt, eine Vereinbarung auf den Weg zu bringen, welche den Einsatz der Avengers nur unter bestimmten Bedingungen zulässt. Doch nicht alle, allen voran Steve Rogers aka Captain America (Chris Evans), ist nicht damit einverstanden, wohingegen Tony Stark aka Iron Man (Robert Downey Jr.) die Initiative befürwortet. Dies führt unweigerlich zu Konflikten innerhalb der Avengers, welche sich in Spaltung und Kampf äußen, aber alles ist nicht so einfach, denn eine dritte Partei zieht im Hintergrund seine Fäden.

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

Mit den Marvel- Filmen ist das ja so eine Sache. Am Anfang waren sie das große neue Ding, heute sind sie Alltag, oder wie sie in L4YER CAKE sagten "Gib den Leuten was sie wollen! Heute Spaß, morgen Stumpfsinn." (wer den Streifen nicht kennt sollte ihn morgen im Laden seines Vertrauens peilen oder beim Streamer seines Vetrauens [so er denn auch legal ist] streamen). Als der erste IRON MAN herauskam waren alle hin und weg und meinten, dass das nun der neue Standart wird. Und was kam? Die IRON MAN filme sind weit hinter dem was sie sein könnten, besonders wenn man bedenkt, was für Darsteller sie jeweils als Gegenspieler verpflichtet hatten. Bei HULK warten wir immer noch auf eine vernünftige Adaption (unglaublich, das die alten Bill Bixby/ Lou Ferringo Schinken immer noch am Besten funzzen). THOR ist irgendwie so ein Mittelding das schwer zu fassen ist (das sage ich jetzt ohne den dritten Teil zu berücksichtigen).Die AVENGERS starteten zwar sehr gut, hingen beim zweiten Teil aber schon ziemlich durch. Einzig GUARDIANS OF THE GALAXY I & II konnten durchgehend ihr Niveau halten ( was wohl hauptsächlich daran liegt, das man mit James Gunn nicht nur einen Troma- Veteranen am Steuer hat, sondern wirklich Mut bewies und einen Regisseur abseits vom Mainstream engagierte, der die [ganz ehrlich gesagt] absurde Story in gelungene Unterhaltung verwandeln konnte). Auch ANT- MAN konnte überzeugen und ist mit der charmanteste Marvel- Film (ich möchte nicht wissen, was daraus geworden wäre wenn, wie geplant, Edgar Wright [SHAUN OF THE DEAD, HOT FUZZ] da Regie geführt hätte). 
Aber abseits dieser Filme war eine der größten Überaschungen, das gerade die CAPTAIN AMERICA- Filme (welche hier unter dem schwachsinnigen Titen THE FIRST AVENGER vermarktet werden) die anspruchsvollsten Filme des sind. War der erste Teil noch ein pulpiges Comic- Abenteuer mit einigen durchaus gelungen satirischen Spitzen, so war Teil 2 in seiner politischen Dimension wirklich herausragend (für eben einen Film, der unter dem MCU- Label vermarktet wird). Er stellte einfach die richtigen Fragen. Und hier schließt dann CIVIL WAR an. Oder auch nicht. 
Die Ausgangslage ist hierbei ähnlich wie bei Alan Moore's WATCHMEN - DIE WÄCHTER, ohne nataürlch dessen Klasse zu erreichen (aber seien wir mal ehrlich, was kommt schon da heran). Stattdessen wird hier alles in Krach/ Bumm -  Action ertränkt. Das ist zwar unterhaltsam, keine Frage, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück, besonders wenn man sich nochmal den extrem gelungenen WINTER SOLDIER vor Augen hält.
Abseits der politischen Ebene hat der Film 2 Probleme. Das erste ist der Charakter von Daniel Brühl. Er ist nicht schlecht gespielt oder so (ich muss ganz ehrlich sagen, das ich mich an nicht eine schlechte Performance von Daniel Brühl erinnern kann), aber der Charakter ist so... ein nichts. Ein trauernder Vater, nicht mehr. In der Dimension, in der sich die Handlung des Filmes abspielt ist das zu wenig. Mickey Rourke war in IRON MAN 2 zwar im Grunde nichts anderes, aber er hatte wenigstens nen coolen Anzug und war ein Genie auf Stark- Niveau, aber hier ist ein einfacher trauernder Vater zu wenig. Wenn die Handlung des Films in einem kleineren Maßstab stattfinden würde, kein Problem, aber so, NEIN. Zum anderen ist der Film weniger ein Captain America, sondern ein Avengers- Film. Es werden einige neue Charaktere (Black Panther und Spider- Man) eingeführt, aber sonst wird auf das Personal der vorhergegangenen Filme zurückgegriffen. Innerhalb des MCUs ist das cool, aber für Leute, die sich nur die CAPTAIN AMERICA- Filme ansehen wollen (in meinem Bekanntenkreis gibt es daschon welche) ist das, anhand der Fülle der Charaktere dann schon ziemlich schwierig.
Ansonsten ist CAPTAIN AMERICA - CIVIL WAR ziemlich unterhaltsam. Zwar gibt es hier und da einige Längen, die sind aber nicht all zu extrem. Dialoge und Action halten sich die Waage und auch bei den Effekten kann man nicht meckern.
Beim Cast steht hier Chris Evans (SNOWPIERCER) ganz vorne, welchen ich für den besten Schauspieler innerhalb des MCUs halte (zusammen mit Marc Ruffalo). Robert Downey Jr. (NATURAL BORN KILLER, KISS KISS BANG BANG) spielt Tony Stark wie gehabt, ohne größere Ausreisser nach oben oder nach unten (gerade hier ist es extrem traurig, das der Charakter keinerlei Tiefe bekommt. Weder in seinen eigen Filmen, noch in den anderen MCU- Filmen in denen er auftaucht. Wieso wird Tonys Sauferei eigentlich nie thematisiert?). Scarlett Johansson (GHOST IN THE SHELL) ist schauspielerisch zwar keine Offenbarung, macht als Black Widow aber weiterhin eine gute Figur. Daniel Brühl ist wie immer gut, Punkt. Paul Rudd ist als Ant-Man weiterhin schwer symphatisch. Ansonsten kann sich der Rest des Cast durchaus sehen lassen, alles solide Leistungen. Aber warum ist Tante May eine attraktive Frau in ihren frühen 40ern?
Was bleibt am Ende? CAPTAIN AMERICA - CIVIL WAR ist ein unterhaltsamer Actionstreifen mit einer interessanten Fragestellung, der aber hinter seinem Vorgänger deutlich zurückbleibt und aufgrund seiner hohen Figurenanzahl es MCU- Fremden schwer macht in die Materie einzusteigen.

Fazit:
Unterhaltsam, aber leider nixcht mehr


6/10


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