Samstag, 18. November 2017

HEIMKINO: SHADOW UND DER FLUCH DES KHAN

SHADOW UND DER FLUCH DES KHAN

Poster

Tibet, irgendwann nach dem ersten Weltkrieg: Lamont Cranston (Alec Baldwin) hat sich zu einem gefürchteten Drogenwarlord hochgearbeitet, der die Bevölkerung ausbeutet. Eines Tages jedoch wird er entführt und zu einem Tulku gebracht, bei dem er nicht nur geläutert wird, sondern auch die Kunst der Verdunklung lernt. Von diesem Tage an widmet Lamont in seiner Heimatstadt New York dem Kampf gegen das Verbrechen.
Dies tut er in der Gestalt des Shadows, dem maskierten Rächer mit großem Untergrundnetzwerk und großkalibrigen Knarren. Doch schreckliches bahnt sich an: Shiwan Khan, der letzte Nachfahre des Dschingis Khan, ist nach New York gekommen um von hier aus die Welt zu erobern.

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

Jahre vor Batman gab es einen weiteren dunklen Rächer, der das Verbrechen bekämpfte. Selbst Batman- Erfinder Bob Kane gab THE SHADOW als Inspiration an. Neben Radiohörspielen und Verfilmungen gab es auch Comics etc. pp. Im Jahre 1994 wurde dann eine Hollywood Produktion ins Rennen geschickt um so ein neues Franchise zu etablieren. Bei 40 Millionen $ Budget spielte der Film gerade mal magere 48 Millionen $ ein. Der Film war demnach ein finanzieller Flop und somit war es mit weiteren Filmen passe. Die seit langem geplante Neuinszenierung unter der Fuchtel von Sam Raimi lässt nun auch schon ewig auf sich warten.
Schade eigentlich, denn SHADOW UND DER FLUCH DES KHAN ist eigentlich ziemlich kurzweilige Pulp- Unterhaltung. Der Film steigt direkt vol ein und leistet sich keinerlei Leerlauf. Dabei bleibt dem Geist seiner Pulp- Vorlage treu, weswegen man hier nicht die Maßstäbe eines "normalen" Filmes anlegen kann. Natürlich ist das Alles andere als sonderlich ernst und wartet auch mit einigen Schwächen auf, so erfahren wir zum Beispiel nicht wann und warum der Charakter von Tim Curry sich auf die Seite von Shiwan Khan schlägt. Und warum fallen niemandem die mongolischen Krieger auf, die mitten in der Menschenmenge New Yorks herumgeistern? Oder hat das auch was mit der Hypnose zu tun. Und was zur Hölle ist das für ein Gebäude in dem Tim Curry Shadow ersaufen will und was macht er da? Was ist der tiefere Sinn dieses Gebäudes, jetzt mal abgesehen davon das es für eine brenzlige Situation sorgen soll.
Alec Baldwin (MISSISSIPI DELTA, JAGD AUF ROTER OKTOBER) ist eine gute Besetzung für den Charakter von Lamont Cranston/ Shadow. Die Playboy- Rolle passt ganz gut zu ihm, auch wenn er als Bruce Wayne wohl überfordert wäre. Auch als dunkler Rächer macht er eine gute Figur, wobei ich mich andauernd gefragt habe ob die Nase von Baldwin im Shadowkostüm echt ist oder nur eine Atrappe. Wer kann da helfen? Penelope Ann Miller (CARLITOS WAY, DAS RELIKT) beschränkt sich hier auf hübsch aussehen und hat ansonsten keinen großen Sinn für die Geschichte. Ohne sie würde sich auch nicht viel an dem Film/ der Geschichte ändern. John Lone (DER LETZTE KAISER) liefert eine solide Leistung ab, wobei er mir etwas zu jung für die Rolle scheint (aber vieleicht irre ich mich auch, schließlich war der gute Mann zur Zeit des Drehs 41 Jahre alt). Ian McKellan (DER HERR DER RINGE TRILOGIE, DER MUSTERSCHÜLER) ist zwar ein guter Darsteller, aber als verwirrter Professor kommt er hier nicht so gut rüber. Er ist eher ein würdevoller Darsteller, da passt so was nicht. Es sei denn, die Rolle wäre besser geschrieben, aber das würde dann nicht zum Pulp- Charakter des Filmes passen. Als Gehilfen von Khan haben wir da noch Tim Curry (THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW, ES) und was soll man sagen? Es ist Tim Curry und Tim Curry ist einfach nur cool. Wer den nicht mag ist ein schlechter Mensch... im negativen Sinne. PUNKT: Und in einer Nebenrolle als Moe, der Taxifahrer, haben wir Peter Boyle, den wir als Vater von Ray in ALLE LIEBEN RAYMOND kennen und lieben.
Effekttechnisch gibt es einige hübsche Panoramaaufnahmen und Kulissen. Auch die Computereffekte sehen für die Zeit ganz gut aus (sind aber auch nicht viele. Oder doch? Vieleicht sind sie so gut, das ich sie nicht sehe.). Außer ein wenig Blut im Wasser und einer Glasscherbe gibt es keine großen Gewalttätigkeiten. FSK12 find ich etwas zäh, eine Freigabe ab 6 wäre vollkommen ausreichend.
SHADOW UND DER FLUCH DES KHAN ist kein Blockbuster und garantiert kein INDIANA JONES (natürlich ohne Teil 4) , aber er ist durchaus kurzweilig und bietet 100 Minuten Pulp- Unterhaltung (inszeniert von Russel Mulcahy, dem Regisseur von HIGHLANDER und RESIDENT EVIL 3). Im Double- Feature mit THE ROCKETEER würde das ein überaus spaßiger Abend werden.

Fazit:
Pulpig, schundige Unterhaltung

6/10


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