Samstag, 28. Oktober 2017

HEIMKINO: MONSTER SHARK

Heute gab es mal wieder etwas B- Film- Futter

MONSTER SHARK

Poster

Vor der Küster Floridas wird eine garstig zugerichtete Leiche im Meer geborgen. Man vermutet einen Hai, doch die Verletzungen des Opfers sind zu groß für einen Vertreter der Knorpelfische. Später am Tag bemerkt die Delphinforscherin Stella ein seltsames Verhalten bei ihren Forschungsobjekten und ihr Kollege Bob hört per Unterwassermikro, ihm unbekannte, Geräusche, welche sich aus irgendwelchen Gründen nicht aufzeichnen lassen. Um dies zu ändern bitten sie den örtlichen Elektro- Spezi Peter ihnen ein besonderes Mikro/ Aufnahmegerät zu bauen. Trotz einiger Schwierigkeiten, die ihnen durch die "Mitarbeiter" eines Konzerns bereitet werden, entdecken sie Quelle des Geräuschs: eine Kreatur, halb Dunkleosteus , halb Kraken. Nun stellt sich die Frage: Fangen und erforschen oder killen?

Achtung!!! Es könnte zu Spoilern kommen!!!

Zuerst mal: der Titel ist irreführend. Das Monster ist nicht, wie es der Titel behauptet, ein Hai, sondern ein Vertreter einer ausgestorbenen Raubfischart... zwar mutiert, aber kein Hai. Das wollte ich nur zu Anfang mal klargestellt haben. Das der Titel nicht korrekt ist liegt aber nicht daran, dass die Produzenten/ Verleiher keine Ahnung von Biologie haben/ hatten, sonder daran, dass 9 Jahre zuvor (nämlich im Jahre 1975) ein gewisser Steven Spielberg mit DER WEISSE HAI einen Riesenerfolg hatte und man einfach vom Erfolg dieses Filmes profitieren wollte.
Wo der geneigte Herr Spielberg noch satte 9 Millionen Dollar für seinen Hai- Film, der als der erste Blockbuster der Geschichte gilt und auch heute noch als Blaupause für so ziemlich jeden Tierhorrorstreifen (mit oder ohne Hai) bildet, hatte kommen unsere Freunde aus Bella Italia wahrscheinlich nur auf einen Bruchteil.
Dementsprechend haben wir hier keine bekannten Schauspieler, sondern irgendwelche italienischen Nasen, die man höchstens aus Video Produktionen kennen dürfte. Ihre schauspielerischen Leistungen bewegen sich auf dem Niveau eines Tannenzapfens. Und das ist nicht der, nicht gerade prallen, deutschen Synchronisation geschuldet, die mit einigen grenzdebilen Sätzen aufwartet, für die man außerhalb eines Filmes wohlmöglich erschossen werden wird (wobei ich sagen muss, wenn der Sheriff die Mutter des ersten Opfers "tröstet", musste ich kurz heftig lachen. Das kam, in seiner Härte, ziemlich unerwartet).
Der Streifen ist nicht gerade rasant inszeniert. Alles dümpelt so vor sich hin, und selbst die, ziemlich rar gesäten, Actionsequenzen sind alles andere als flott bzw. spannend. Auch Schocks gibt es keine. Man weiss zu jedem Augenblick was als nächstes geschehen wird und wer als nächstes sterben wird. Das relativ statisch wirkende Bild trägt auch noch zur Trägheit des Streifens bei. Einzig unerwartet sind die Klöten von Peter, welche man bei Minute 29:21 (jedenfalls bei der DVD von Marketing Film) kurz aus seinem Short Quellen sieht.
Ansonsten haben die 4 (!) Autoren  des Filmes auch noch einige Blödheiten eingebaut. Angefangen bei dem Namen Florinda (wer, in 3 Teufels Namen, nennt sein Kind bitte so? Bestimmt solche, die einen Jungen auch Lutz nennen würden) bis hin zum obersten Wissenschaftler, Professor West,der unseren Helden einerseits Killer auf den Hals hetzt, andererseits aber der Polente hilft. Ansonsten gibt es da dann noch die unnütze Liebesgeschichte samt Eifersüchteleien, welche dazu führt, dass unsere weibliche Heldin Stella a) eine faule Sau ist und Peter nicht mal ansatzweise dabei hilft die Schiffsschraube von Seilen zu befreien und b) schuld daran ist, das Bob, ihr Kollege, stirbt. Denn würde sie Peter nicht an den Strand zum Knattern locken, hätten sie ihm helfen können und gemeinsam entkommen können (auf der anderen Seite ist Peter genau so daran Schuld, denn würde er sich nicht verführen lassen...). Und nicht ganz zu vergessen: das Mistviech (die Kreatur, nicht Stella) stellt sich bei der finalen Jagd in der Bucht/ den Mangroven schlauer an als die die es jagen. Und zu guter letzt (dann wenden wir uns einem anderen Thema zu) haben sie (die Autoren) noch gemeint Delphine einbauen zu müssen. Zwar nur kurz, aber das reicht. Ich hasse Delphine. Das ist eine der Dinge die ich mit Angela Merkel gemeinsam habe, die mal sagte:
"Ich mag keine Delphine. Dinge, die dauernd grinsen, sind mir suspekt und würden sie nicht die ganze Zeit so dämlich grinsen, würden auch keine behinderten Kinder mit ihnen schwimmen wollen." 
Kommen wir nun mal zu den Effekten. Der Film war mal ab 18 freigegeben, ist aber heute ab 16, wobei ich den auch ab 12 freigeben würde. Die Gore-/ Blutszenen sind ziemlich harmlos und auch nicht gerade gut gemacht. Man sieht ihnen ihre Künstlichkeit an. Und von der Härte her (ein paar abgeknabberte Beine, ein Ärmchen und 2, 3 mal auf einem Menschen rumkauen) ist das alles andere als shocking. Damit kommt man mit 12 ohne Probleme klar. Der Kopf des Monsters, der Teil den man von ihr am häufigsten sieht, sieht ziemlich cool aus. Man sieht zwar auch hier, das es sich um ein Prop handelt, aber das stört nicht so sehr, was wohl daran liegt, das man so ein Vieh, außer diesem Film, eigentlich nie gesehen hat (also der Dunkleosteus- Teil der Kreatur). Die Tentakel sehen zwar chic aus, aber ihre Bewegungen außerhalb des Wassers sind auch nur rumgewerfe.
Abschließend haben wir dann noch den typischen Italo- Synthy- Soundtrack, der zum Standartprogramm bei Filmen dieser Zeit gehörte. Hin und wieder macht der Score noch ein paar Abstecher in Regionen, welche wir nur aus älteren Pornos kennen. Im Großen und Ganzen nichts besonderes.
Mit MONSTER SHARK verfilmte Lamberto Bava (DÄMONEN 1 & 2 und Sohn von Mario Bava) zwar eine coole Idee (welche vor ein Paar Jahren sogar ein Quasi- Remake von John Corman unter dem Titel SHARKTOPUS spendiert bekam), scheiterte aber an der Umsetzung, was zum Einen am sichtlich kleinen Budget lag (oder vielleicht hat er es, im Gegensatz zu seinem Vater, aber auch einfach nicht so drauf. Seine DÄMONEN- Filme waren eigentlich auch nicht sonderlich pralle, wobei ich seine Prinzessin Fantaghirò - Filme als angenehm Kitschig in Erinnerung habe), zum Anderen aber auch am Drehbuch, aus dem man wohl auch nicht sonderlich viel herausholen konnte Schade eigentlich, denn einen Dunkleosteus gibt schon ein geiles Filmmonster ab. So bleibt ein Film, der nur leidlich Unterhaltsam ist, aber zumindest keinem wehtut (er ist zwar an einigen Stellen dämlich, aber es gibt da schlimmeres). An einem verregneten Sonntagmittag, wenn nichts anderes zum Schauen da ist, kann man den sich ruhig mal geben... alle paar Jahre.

Fazit:
Schöne Idee, chices Monster und öde

3/10


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