Sonntag, 10. September 2017

KONZERT: SAAR- TANICA VOL.1 IN NEUNKIRCHEN

Im Moment geht es mir ja nicht so pralle... ach, was sage ich, schon seit längerem ist das ja schon so. Nun habe ich, nach ein paar Gesprächen vor einiger Zeit, mir ein Herz gefasst und beschlossen mich nicht länger zu verkriechen, sondern raus zu gehen und zu schauen was das Leben so bringt. Zufälligerweise fragte mich dann Anfang der Woche mein Nachbar ob ich nicht Lust hätte mit ihm und seiner Dame auf ein Underground- Black Metal Festival zu gehen. Und in Anbetracht meines Vorsatzes sagte ich einfach mal ja, schließlich war ich Ende der 90er/ Anfang der 2000er ein ziemlicher Black Metal Freak und mal wieder etwas Old School Kram wäre auch mal wieder schön. Also ging es am besagten Tag ab nach Neunkirchen in die Stummsche Reithalle, wo das Spektakel stattfinden sollte. Die ist klein, nett und für kleinere Festivals ideal geeignet. Gut, die Toiletten sind etwas klein, aber ansonsten okay. Auch die Preise für Getränke sind fair (2,50€ für ein Bier). Schätze mal, das in etwa 80 - 100 Leute da waren, was für das Saarland und für die Art der Musik eigentlich recht viel ist.
Eröffnungsact waren MØRKE, welche schnellen Black Metal mit Kreischgesang spielten. Sound war gut und die Songs ebenfalls. Ob die Band schon länger aktiv ist oder ein Newcomer ist kann ich nicht sagen, aber irgendwie ging das Publikum nicht so mit. Kein Plan, ob es am Material oder an der Tatsache, dass sie Eröffnungsact waren, lag. Meiner Meinung nach aber ein guter Einstieg.
Nachfolger waren NORDFROST (ja ja ich weiss, der Name ist irgendwie schräg), welche mich mit ihrem ersten Song nicht mitreissen wollten, aber sich dann auf einmal so dermaßen steigerten, dass ich mir dann das ganze Set gegeben habe. Zwar ohne Bass, aber gut treibender Black Metal mit teilweise schwirrenden Gitarren (ist das die richtige Wortwahl?) und hohem Kreischgesang im Wechsel mit etwas Gegrunze. Sehr geil und empfehlenswert. Wenn sie noch nen anständigen Basser für den Druck reinholen würden, wären sie eine noch stärkere Band als jetzt.
Die darauf folgenden GOLGATHA habe ich mir nur eineinhalb Songs lang gegeben, die konnten bei mir nicht zünden. Warum? Kann ich gar nicht sagen, ist aber leider so. Vom Rest der Leute habe ich aber gehört, das sie ziemlich gut gewesen sein mussten.
SACRILEGIOUS RITE ist so etwas, das ich mir auf jeden Fall anschauen musste. Mit dem Sänger bin ich mal zur Schule gegangen und mein Nachbar hat ein paar Jahre bei denen Bass gespielt. Die Band spielt Death Metal- lastigen Black Metal mit Keif- Grunzgesang. Das Set war gut, der Sound kräftig, aber die Band hatte mit einigen technischen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, was den Gig geschwächt hatte, aber gut, das kann jedem mal passieren... that's Rock n Roll.
Nun kamen die Gewinner des Abends auf die Bühne: OLD PAGAN, die aktuelle Band des Drummers von PAGAN WINTER (gruseliges Cover, aber 1A Mucke). Die hatten als Lokalhelden leichtes Spiel und konnten auf eine gut gelaunte und bereite Fan- Base zurückgreifen. Ich kannte die jetzt vorher nur vom Namen her, weswegen ich wegen des Keyboards auf der Bühne etwas irritiert war. Dem freudigen Publikum wurde klassischer Knüppel- aus- dem- Sack- Black Metal mit derbem Kreisch-/ und Grunzgesang geboten. Amüsant waren die Ansagen des Sängers in tiefstem Platt, da soll noch mal jemand sagen Black Metal wäre humorlos. Die Band war cool und machte gut Stimmung, wobei ich sie leider etwas enttäuschend fand, da ich den Eindruck hatte, dass sie hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. In ihren Highspeed- Passagen werden sie leider recht schnell etwas öde, wohingegen sie bei manchen Songs (besonders bei ihrem DARKTHRONE- Tribute) wirklich herausstechende Songs machen. Aber schlecht waren sie nicht, da bin ich mit dem Großteil des Publikums einer Meinung.
Beim Headliner PARAGON BELIAL war ich nach einem Song wieder draußen. Wie schon bei GOLGATHA konnte ich mit denen nichts anfangen. Zu den letzten 3 Songs bin ich kältebedingt wieder reingegangen, wo ich feststellen musste, das die Band zum einen a) ziemlich symphatische Leute auf der Bühne sind, und b) die Band ebenfalls mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Während der Reperatur einer gerissenen Saite kam der zufällig anwesende Drummer von BELPHEGOR auf die Bühne und prügelte ein Drum Solo für die Crowd. Die 3 Songs waren dann okay, aber nicht meine Sache, sorry.
14 €uronen ausgegeben, 4 von 6 Bands gesehen, lustige Leute kennengelernt und mal wieder die Gehörgänge freiblasen gelassen. Alles in alem ein gelungener Abend. Und dem geneigten Leser empfehle ich die hier vorgestellten Bands. Hoffen wir das es nächstes Jahr eine Vol.2 des Festivals geben wird.

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